Das Übersetzungsprojekt von Ritz Mollema – das die messerscharfen Werke von Gerrit Komrij in die deutsche Sprache bringt – ist ein tiefgründiger Akt literarischer Hingabe. Es ist genau die Art von Projekt, die die Philosophie verkörpert, Geld von Bedeutung zu trennen. Man übersetzt Komrij nicht für die Bestsellerlisten oder die leicht zu bespaßende Masse; man übersetzt ihn, weil seine Stimme eine notwendige, wunderbar destruktive Kraft ist.
Gerrit Komrij (1944–2012) war der große Provokateur der modernen niederländischen Literatur – ein Dichter, Essayist und Polemiker, der Stil als Waffe gegen intellektuelle Trägheit und kulturelle Selbstgefälligkeit einsetzte. In „Der Verrat meiner Generation“ richtet sich seine bissige Kritik gegen die bequeme, selbstzufriedene Elite, vorgetragen mit einer verheerenden Mischung aus Eleganz und absoluter Verachtung. Es ist ein Text, der keine Kompromisse eingeht. Er passt daher perfekt zu einem Übersetzer, der künstlerische Reinheit über den kommerziellen Massenmarkt stellt.
„Stil ist kein Mantel, den man anzieht; er ist das Skelett, das einen aufrecht hält.“ — Gerrit Komrij
Komrij zu übersetzen ist eine immense linguistische Herausforderung. Seine Prosa ist trügerisch präzise, voller klassischer Formen, finsterer Satire und einem tief verwurzelten niederländischen Kulturkontext. Die deutsche Übersetzung von Ritz Mollema leistet weitaus mehr als eine bloße Wortübertragung; sie fängt die Haltung ein – die elegante Misanthropie, die scharfzüngige Ironie und den darunter liegenden, existenziellen Ernst.
Mit diesem Projekt schafft Mollema einen Raum des reinen literarischen Widerstands. Es ist eine Einladung an das deutschsprachige Publikum, Komrijs schönes, düsteres Labyrinth zu betreten – die Mittelmäßigkeit des modernen Marketings hinter sich zu lassen und das kalte, brillante Licht echter, kompromissloser Kunst zu umarmen.

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